Geschichte

Zur Geschichte:

Im Jahr 1812 gründete Jacob Salentin von Zuccalmaglio eine Gesellschaft, die "Unterhaltung und Ausbildung in der Tonkunst einzig zum Zweck hat". Zuccalmaglio war Notar und arbeitete als "maire" (Bürgermeister) in Schlebusch (heute ein Stadtteil Leverkusens). Er spielte Cello und Geige. Die Mitglieder des Orchesters waren gebildete Bürger, die aus Freude an der Musik musizierten.

Die Gründung des Orchesters ist ein Zeichen dafür, wie sich die Stellung der Musik im Leben der Menschen verändert hatte. In der Zeit bis zur französischen Revolution von 1789 war Musik fast nur in den Kirchen und an den Höfen, bzw. den großen Adelshäusern zu hören gewesen. Die großen Veränderungen in der Revolutionszeit und während der napoleonischen Kriege hatten ein erstarktes und selbstbewusstes Bürgertum hervorgebracht, das nun lebhaft am kulturellen Leben Anteil nahm und es zunehmend beeinflusste.

Das erste kommerzielle Orchester, das keine "Hofkapelle" war, wurde in dieser Zeit (1813) gegründet, das "London Philharmonic Orchestra" (später wurde es dann wieder "Royal"). Neben den Laienorchestern entstanden in dieser Zeit auch viele Laienchöre, die weltliche Musik machten.

Nun gab es also in der kleinen Stadt Burscheid im Bergischen Land ein Laienorchester, das Konzerte gab und bald ein fester Bestandteil des städtischen Lebens wurde. Der Dirigent und einzelne Mitglieder gaben Unterricht an den Instrumenten. Einige der Dirigenten komponierten selbst, am bekanntesten wurde Ewald Strässer (1867 - 1933)

Die prominentesten Zuhörer der "Musicalischen Academie" waren der preußische König Friedrich Wilhelm IV (1847), der Komponist Max Bruch (1878), Bundespräsident Theodor Heuss (1950) und Bundespräsident a.D. Walter Scheel (1990).

Nach Ende des zweiten Weltkrieges widmete sich der Verein verstärkt der Förderung des Nachwuchses; Jugendliche wurden kostenlos unterrichtet und ein Jugendstreichorchester gegründet. Ein ortsansässiges Blasorchester ging vergleichbar vor. Das führte 1972 zur Gründung der "Musikschule Burscheid". Heute werden über 600 Schüler hier an allen Instrumenten ausgebildet.

Besonderen Aufschwung erlebte die "Musicalische Academie" seit den 80er Jahren. Das 175jährige Jubiläum (1987) wurde mit Vorträgen, Konzerten und einem Festakt begangen. Ein Höhepunkt war die Uraufführung der ,Katanabasis' von Henning Frederichs, dem Kölner Lehrstuhlinhaber für evangelische Kirchenmusik

In den nun fast 200 Jahren ihres Bestehens hat die ,Musicalische Academie' Höhen und Tiefen erlebt, aber sie hat nie aufgehört, Musik einzustudieren und regelmäßig Konzerte zu geben.


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